Es war der 19. Dezember, und der kleine Wichtel Arli war schon den ganzen Dezember über in Arlesheim unterwegs. Jeden Morgen, wenn der erste Schnee leise auf den Boden fiel und der Duft von Zimt und Tannenzweigen in der Luft lag, schlich Arli durch die Straßen – unsichtbar für alle, aber immer mitten im Geschehen.
Heute war ein ganz besonderer Tag, denn Arli hatte beschlossen, das Modegeschäft Modeva zu besuchen. In diesem Geschäft gab es wunderschöne Damenmode – elegante Mäntel, flauschige Schals und all die schönen Dinge, die man im Winter brauchte. Doch was Arli an Modeva am meisten liebte, war die kleine Wichteltür, die dort jeden Tag auftauchte.
Die Wichteltür war eine magische Tür, die nicht für jeden sichtbar war. Sie war winzig, nur so groß wie eine Tasse, aber sie hatte eine ganz besondere Kraft. Jeden Tag konnte man die Wichteltür an einem anderen Geschäft im Dorf finden – und heute hing sie am Schaufenster von Modeva, mitten zwischen den funkelnden Weihnachtslichtern.
„Die Wichteltür ist heute hier!“, rief ein kleines Mädchen, das gerade an Modeva vorbeiging. Ihre Augen leuchteten, als sie die winzige Tür entdeckte. „Vielleicht hat Arli, der kleine Wichtel, heute wieder etwas Magisches vor!“
Die Dorfbewohner wussten, dass Arli unsichtbar war, aber dass er durch die Wichteltür immer wieder in ihre Geschäfte kam, um ihnen auf geheimnisvolle Weise zu helfen. Arli, der Wichtel aus dem hohen Norden, war ein wahrer Zauberer, der viel Gutes tat – ohne dass jemand ihn je sah.
Arli schlüpfte durch die winzige Tür und fand sich im warmen, einladenden Modegeschäft wieder. Alles war in festlichen Rot- und Weißtönen dekoriert, und der Duft von frisch gewaschenen Stoffen und einem Hauch Zimt lag in der Luft. Überall funkelten kleine Lichter und glitzernde Sterne. Arli konnte gar nicht aufhören, die vielen schönen Mäntel zu bewundern, die an den Kleiderständern hingen. Besonders ein roter Mantel hatte es ihm angetan. Er schimmerte im Licht und sah einfach perfekt aus für die festlichen Tage.
Doch Arli wusste, dass er den Dorfbewohnern heimlich helfen konnte, die besten Dinge zu finden. Während er unsichtbar zwischen den Regalen umherflog, bemerkte er eine junge Frau, die unschlüssig vor einem langen, grauen Mantel stand. Sie schien zu überlegen, ob er wirklich der Richtige für sie war.
Da hatte Arli eine Idee! Er schlich sich heimlich an sie heran und schob unauffällig einen weichen, flauschigen Schal in ihre Hände. Der Schal war aus wunderbar weichem Kaschmir und passte perfekt zu dem Mantel.
„Oh! Dieser Schal ist ja genau das, was ich gesucht habe!“ rief die Frau erstaunt aus und hielt den Schal vor sich. „Das passt super zu diesem Mantel!“
Die Verkäuferin nickte fröhlich. „Ja, das ist wirklich eine wunderbare Wahl!“
Arli fühlte sich ganz warm im Herzen. Niemand wusste, dass er dabei geholfen hatte, aber das war ihm nicht wichtig. Es ging ihm darum, ein kleines Stückchen Magie zu verbreiten und den Dorfbewohnern eine Freude zu machen.
Bevor Arli sich wieder unsichtbar machte und durch die Wichteltür verschwand, blickte er noch einmal auf die vielen eleganten Mäntel und die festliche Atmosphäre. Er wusste, dass er bald wiederkommen würde, denn die Wichteltür konnte an vielen verschiedenen Geschäften im Dorf erscheinen. Jeden Tag brachte sie eine neue Gelegenheit für Arli, seine kleinen magischen Taten zu vollbringen.